Schwer zu verstehen

September 16, 2009

Er saß da, am Tisch, mit großer Brille, nachdenkend.
Bückend über dem Blatt, das er untersuchend lass.
Die Augen waren tief und leer.
Er zögerte und sprach nicht mehr.
Doch war es nicht, weil er was lass
Nein, er war schon damals so.
Wieso, warum, wüsst ich so gern.
Was ist passiert?
Es ist mir fern,
Das zu verstehen,
zumindest für mich,
der ich schon lange gehen kann.

Gefesselt am Stuhl mit Rädern,
was ist schon cooles dran?
Hm, ich weiß nicht,
vielleicht bin ich nur so,
der über ihn so denkt.
Bin ich überheblich mit meinem Mitleid?
Soll ich denn besser wissen,
was für ihn dran ist?

Und trotzdem find ich schrecklich
Die ganze Zeit zu sein unbeweglich
Ich würd ihn so gern fragen
Doch trau ich’s mir nicht zu
Wie findet er sein Leben?

Ist das nicht degradierend
auf Menschen angewiesend zu sein
sich die Treppen hochtragend
Ohne gesund’n Bein’?

Ich weiß nicht,
ich kapitulier’
Ich kann nur sagen,
danke, danke, dass ich gehen kann.

Danke Gott, dass ich darf
mich frei bewegen
Auf so vielen unterschiedlichen Wegen,
im Wald und auf den schönen Bergen.

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